Start // Herbstzeit ist Einbruchszeit

Herbstzeit ist Einbruchszeit
Da es im Herbst und Winter wieder früher dunkel wird, haben die Einbrecher gerade in diesen Jahreszeiten Hochsaison, so die Experten der VdS Schadenverhütung GmbH (VdS). Der Grund: Aufgrund der frühen Dunkelheit müssen in den Wohnungen oftmals bereits ab 16 oder 17 Uhr die Lichter angeschaltet werden. Einbrecher erkennen daran, ob jemand zu Hause ist oder nicht. Außerdem werden Diebe in der Finsternis schlechter von Nachbarn oder Passanten entdeckt. Doch jeder kann etwas dagegen tun, um die Einbruchsgefahr zu minimieren.

Wie der VdS, ein Unternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., mitteilt, gehören Wohnungseinbrüche zu den häufigsten Kriminaldelikten in Deutschland. In den letzten fünf Jahren stiegen die dadurch verursachten Schadensummen stetig an. Letztes Jahr lagen die Kosten für aufgebrochene Fenster und Türen sowie gestohlene oder zerstörte Gegenstände mit 460 Millionen Euro sogar zehn Prozent über denen des Vorjahres.

Doch auch, wenn eine Hausratsversicherung zahlreiche Schäden ersetzt, ist es für den Betroffenen dennoch eine belastende Situation. Statistiken zeigen, dass nicht nur viele Einbruchsopfer psychisch einige Wochen oder Monate unter dieser Straftat leiden, sondern bei zehn Prozent der Betroffenen sogar längerfristige Schäden zurückbleiben.

Mit Licht gegen Verbrecher

„Die bundesweite Aufklärungsquote für Einbruchsdelikte liegt bei gerade einmal 16 Prozent. Das zeigt, wie wichtig Prävention ist“, betont Thomas Urban, Bereichsleiter Einbruchschutz bei VdS.

Der Experte erklärt weiter: „Einbrecher kommen eher selten nachts, oft aber nachmittags und abends. Die Entdeckungsgefahr ist für sie in den Abendstunden viel geringer. Die Stoßzeiten mit gut 22 Prozent der Taten liegen zwischen 18 und 20 Uhr, weit über die Hälfte aller registrierten Einbrüche erfolgen zwischen 16 und 22 Uhr.“

Urban kennt auch das Vorgehen der Diebe: „Brennt in Wohnungen und Häusern kein Licht, machen die Einbrecher einen Klingeltest und schlagen dann sofort zu.“ Die Experten des VdS empfehlen daher Teile des Hauses, beispielsweise mittels Steh- oder Tischlampen mit Zeitschaltuhren zu beleuchten, denn bereits ein heller Eingangsbereich schrecke viele Diebe ab.

Fenster als Gefahrenquelle

Nach Polizeistatistiken erfolgen 80 Prozent der Einbrüche in Ein- und rund 50 Prozent in Mehrfamilienhäuser durch Fenster oder Balkontüren. Insbesondere auf der Rückseite von Gebäuden oder durch Hecken und Sträucher verdeckte Fenster stellen eine erhöhte Einbruchsgefahr dar.

Der VdS rät daher, auch bei kurzer Abwesenheit die Fenster immer zu schließen. Selbst ein gekipptes Fenster lässt sich nämlich leichter öffnen als ein geschlossenes. Zudem sollten alle Steighilfen, wie beispielsweise Mülltonnen, Gartenmöbel oder gar Leitern, die das Eindringen in höhere Stockwerke erleichtern, in enier Garage oder einem Gartenhaus eingeschlossen sein.

Übrigens verschaffen sich die meisten Diebe nicht durch eine eingeschlagene Fensterscheibe, sondern durch das Aushebeln des Fensterrahmens an der Schloss- oder der Scharnierseite Zutritt. 75 Prozent aller Einbrüche werden auf diese Weise durchgeführt. Auch bei Eingangs-, Terrassen- und Balkontüren reicht teils ein großer Schraubenzieher, um unberechtigt einzutreten.

Schutz für neue und alte Häuser

Knapp 44 Prozent aller misslungenen Einbruchsversuche scheiterten an mechanischen Sicherungseinrichtungen. Denn je länger ein Täter benötigt um einzudringen, desto schneller gibt er auf. Nach Angaben der Polizei geben Diebe meist nach drei Minuten auf, wenn sich in dieser Zeit Fenster und Türen nicht öffnen lassen.

Damit es Einbrecher möglichst schwer haben, ins Haus zu gelangen, empfiehlt die Polizei für Neu- oder Umbauten beispielsweise einbruchshemmende Fenster oder Türen ab Widerstandsklasse 2, ein nach europäischer und deutscher Norm – genauer nach dem DIN V ENV 1627 – festgelegter Standard.

Doch auch bei bestehenden Gebäuden kann der Einbruchsschutz deutlich verbessert werden. Wie der VdS betont, sind vom genannten Unternehmen als sicher zertifizierte Nachrüstprodukte für Fensterrahmen oder Türen schon für wenig Geld erhältlich.

Weitere Expertentipps

Allerdings sei es wichtig, dass die Montage ein Profi erledige, denn er habe schon oft gesehen, dass wirklich gute Produkte Einbrecher nicht aufhielten oder Alarmanlagen einfach umgangen werden konnten, weil sie falsch angebracht waren, so Urban.

Auf der Webseite www.vds-home.de finden Interessierte neben weiteren Expertentipps und einer interaktiven Risikocheckliste auch zahlreiche Einbruchsschutzprodukte und -dienstleister, die vom VdS als besonders sicher und zuverlässig zertifiziert wurden.

Auch die Polizei bietet online unter www.einbruchschutz.polizei-beratung.de nicht nur zahlreiche Hinweise, sondern Adressen für eine persönliche Beratung an.